Die Google Cloud Platform (GCP) bietet Unternehmen die Skalierbarkeit, die sie für den Betrieb moderner Workloads benötigen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die dort gespeicherten Daten automatisch abgesichert sind. Ein Ransomware-Angriff, versehentliches Löschen oder eine Fehlkonfiguration kann Daten vernichten, die Google nicht für Sie wiederherstellt. Der Schutz dieser Daten erfordert daher eine durchdachte Backup-Strategie und ein klares Verständnis davon, wo die Verantwortung von Google endet und Ihre beginnt.

GCP – heute meist einfach Google Cloud genannt – ist die Public-Cloud-Plattform von Google mit Computing-, Speicher-, Datenbank- und Netzwerkdiensten für Unternehmen. Dieser Leitfaden erläutert, wie Backups in GCP funktionieren, welche Möglichkeiten und Grenzen die nativen Funktionen haben und worauf Sie bei einer Drittanbieter-Lösung achten sollten.

Immer mehr Unternehmen setzen im Rahmen ihrer digitalen Transformation auf Public-Cloud-Plattformen wie GCP, um schneller und flexibler zu arbeiten. Gleichzeitig steigt dadurch die Komplexität bei der Verwaltung, Sicherung und Governance von Daten in hybriden und Multi-Cloud-Landschaften.  

Hinzu kommt ein häufiges Missverständnis: Viele Unternehmen gehen davon aus, dass der Cloud-Anbieter automatisch auch den Schutz ihrer Daten übernimmt. Diese Fehlannahme kann erhebliche Risiken für die Datensicherheit mit sich bringen.

 

Das Modell der geteilten Verantwortung

Alle Public-Cloud-Anbieter – einschließlich Google Cloud – arbeiten nach dem Prinzip der geteilten Verantwortung. Das bedeutet: Der Cloud-Anbieter sorgt für den Betrieb der Infrastruktur sowie für Verfügbarkeit, Redundanz und Ausfallsicherheit, übernimmt jedoch weder die Sicherung der Kundendaten noch die Wiederherstellung von Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt.

 

 

Für GCP ist diese Aufgabenteilung klar definiert: Die Sicherheit der Cloud-Infrastruktur liegt in der Verantwortung von Google, der Schutz der gespeicherten Daten hingegen in der Verantwortung des Kunden. Entsprechend weisen auch die Nutzungsbedingungen für GCP darauf hin, dass Unternehmen selbst für die Sicherung ihrer Anwendungen, Projekte und Daten zuständig sind. Deshalb sollten Unternehmen dieselben Backup-Grundsätze anwenden wie in ihrem eigenen Rechenzentrum. Virtuelle Maschinen, Daten und Anwendungen in der Cloud abzulegen, bedeutet nicht automatisch, dass sie gesichert oder wiederherstellbar sind.

Was ist ein GCP-Backup?

Ein GCP-Backup umfasst den Prozess der Erstellung geschützter und wiederherstellbarer Kopien von Workloads, die in Google Cloud ausgeführt werden. Dazu gehören unter anderem virtuelle Maschinen in Compute Engine, Cloud-SQL-Datenbanken, SAP-HANA-Systeme sowie unstrukturierte Daten in Cloud Storage. Diese Backups schützen vor Datenverlust durch versehentliches Löschen, Ransomware-Angriffe, Anwendungsfehler oder regionale Ausfälle.

Für die Planung einer wirksamen Backup-Strategie sind zwei Kennzahlen entscheidend:

  • Recovery Point Objective (RPO): Legt fest, welches maximale Zeitfenster Ihr Unternehmen für einen Datenverlust tolerieren kann. Ein RPO-Wert von vier Stunden bedeutet beispielsweise, dass mindestens alle vier Stunden ein Backup erstellt werden muss.

  • Recovery Time Objective (RTO): Legt fest, wie schnell Workloads nach einem Vorfall wieder verfügbar sein müssen.

Eine moderne Backup-Lösung muss also nicht nur Daten sichern, sondern auch gewährleisten, dass die definierten Wiederherstellungsziele im Ernstfall eingehalten werden können.

Welche drei Arten von Backups gibt es?

Die meisten Backup-Strategien für GCP basieren auf einer Kombination aus drei grundlegenden Backup-Typen:

  1. Vollständiges Backup: Dabei wird eine komplette Kopie aller Daten erstellt. Diese Methode bietet den umfassendsten Schutz, benötigt jedoch auch den meisten Speicherplatz.

  2. Inkrementelles Backup: Es werden nur die Daten gesichert, die sich seit der letzten Sicherung geändert haben. Das spart Platz und Zeit, allerdings sind für die Wiederherstellung sowohl ein vollständiges Backup als auch alle inkrementellen Backups erforderlich.

  3. Differenzielles Backup: Es werden alle Änderungen erfasst, die seit dem letzten vollständigen Backup an den Daten vorgenommen wurden. Die Wiederherstellung ist einfacher als bei inkrementellen Backups, erfordert jedoch mehr Speicherplatz.

Moderne Enterprise-Backup-Lösungen wie Rubrik setzen auf einen inkrementellen Dauerbetrieb („Incremental Forever“). So profitieren Unternehmen von der schnellen Wiederherstellbarkeit klassischer Voll-Backups, ohne die hohen Speicheranforderungen und -kosten regelmäßiger vollständiger Backups in Kauf nehmen zu müssen.

Die Grenzen der nativen GCP-Backup-Tools

Google Cloud bietet zwar eigene Backup-Funktionen, allerdings sind deren Möglichkeiten begrenzt und erfordern häufig manuelle Prozesse. Beispielsweise ist die Nutzung und Automatisierung der von Google Cloud bereitgestellten Snapshot-Funktionen nur eingeschränkt möglich. Zudem fehlen bei den nativen GCP-Backups wichtige Überwachungs- und Datenverwaltungsfunktionen, die Unternehmen von klassischen Enterprise-Backup-Lösungen gewohnt sind.

Hinzu kommt, dass die in GCP integrierten Backup-Tools nicht darauf ausgelegt sind, Daten in komplexen Hybrid- oder Multi-Cloud-Umgebungen zentral zu schützen und zu verwalten. Dies ist problematisch, da die meisten Unternehmen heute auf mehrere Cloud-Plattformen sowie lokale Infrastrukturen gleichzeitig setzen.

Zwar bietet Google einen verwalteten Service für Backups und Disaster Recovery an, der die zentrale Verwaltung von Backups für Compute Engine-Instanzen und Datenbanken über Backup-Pläne und Backup-Vaults ermöglicht. Allerdings konzentriert sich der Dienst ausschließlich auf Google Cloud-Ressourcen und unterstützt weder lokale Infrastrukturen noch Workloads auf anderen Public-Cloud-Plattformen. Für Unternehmen mit hybriden oder Multi-Cloud-Umgebungen bietet dieser Ansatz daher keine ausreichende Datensicherheit.

Welche Anforderungen sollte eine effektive Lösung für GCP-Backups erfüllen?

Eine leistungsfähigere Alternative zu den nativen GCP-Tools ist eine Lösung, die die vorhandenen Funktionen von Google Cloud ausweitet und intelligent nutzt – wie die integrierten Snapshots, Cloud-Storage-Buckets sowie die IAM-Funktionen von Google. Durch die Nutzung nativer Cloud-Services können agentenlose Backups realisiert werden, ohne die Anwendungskonsistenz oder die Performance der Workloads zu beeinträchtigen.

Cloudnative Architektur: Die Lösung sollte die nativen Funktionen von Google Cloud – wie Festplatten-Snapshots, Cloud-Storage-Buckets und IAM – nutzen, statt Agenten auf jeder virtuellen Maschine zu installieren. Agentenlose Backups reduzieren den Betriebsaufwand, vermeiden Leistungsengpässe und minimieren Kompatibilitätsprobleme.

Anwendungskonsistente Backups: Während absturzkonsistente Snapshots lediglich den Zustand eines Datenträgers erfassen und Gefahr laufen, Datenbanken in einem beschädigten oder inkonsistenten Zustand zu hinterlassen, stellen anwendungskonsistente Backups sicher, dass laufende Schreibvorgänge vor der Sicherung ordnungsgemäß abgeschlossen werden. Dadurch entsteht ein sauberer und zuverlässig wiederherstellbarer Wiederherstellungspunkt.

Unveränderlicher und per Air Gap gesicherter Backup-Speicher: Da Angreifer zunehmend gezielt Backups ins Visier nehmen, sollten Backup-Daten in einem unveränderlichen Format gespeichert werden. Solche Backups können weder manipuliert noch verschlüsselt oder gelöscht werden – selbst dann nicht, wenn privilegierte Accounts kompromittiert wurden. Ein Air-Gap-Ansatz schafft zusätzlich eine logische Trennung zwischen Produktiv- und Backup-Umgebung.

Definierte RPO- und RTO-Ziele: Eine geeignete Lösung sollte Backup-Zeitpläne und Aufbewahrungsrichtlinien automatisiert durchsetzen und gleichzeitig sicherstellen, dass definierte Wiederherstellungsziele eingehalten werden. Warnmeldungen bei fehlgeschlagenen oder verspäteten Sicherungen sind dabei essenziell.

Abdeckung mehrerer Regionen und Projekte: Unternehmensumgebungen in Google Cloud erstrecken sich oft über zahlreiche Projekte und Regionen. Die Lösung sollte Workloads automatisch erkennen, Richtlinien anhand von Google Cloud-Labels anwenden und sich über mehrere Organisationsebenen in Google Cloud hinweg skalieren lassen, ohne dass eine manuelle Konfiguration pro Projekt erforderlich ist.

Unterstützung für Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen: Unabhängig davon, ob Workloads lokal, auf AWS oder auf Azure ausgeführt werden, sollte die Lösung alle Workloads über eine zentrale Plattform schützen und verwalten können, damit Ihr Team nicht für jede Umgebung separate Backup-Tools benötigt.

 

Wie Rubrik helfen kann

Der Ansatz von Rubrik für Backups und die Wiederherstellung in Google Cloud ist bewusst einfach gehalten. Die Lösung wurde speziell für den Einsatz in GCP entwickelt und bündelt zentrale Funktionen wie Datensicherung, Wiederherstellung, Suche, Cloud-Archivierung, Analysen und Datenmanagement in einer einzigen Plattform – über Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen hinweg.  

  • Behalten Sie die Kontrolle über Ihre Daten, indem diese in Ihren Google Cloud-Projekten verbleiben – ergänzt durch automatisierte Backup-Funktionen und eine beschleunigte Wiederherstellung. 

  • Automatisieren Sie die Datenverwaltung und greifen Sie über eine globale Suche und einen zuverlässigen Metadatenkatalog schnell auf Daten zu.

  • Vereinfachen Sie Cloud-Backups über Hunderte von Google Cloud-Projekten oder über mehrere Google-Organisationen hinweg.

  • Schützen Sie GCP-Instanzen automatisch durch die native Unterstützung von Google Cloud-Labels. 

  • Automatisieren Sie die Erkennung und Zuordnung von SLA-Richtlinien für SAP-HANA-Datenbanken. 

  • Verwalten Sie Richtlinien, Berichte und Daten zentral über eine einzige Steuerungsebene.  

Erfahren Sie, wie Rubrik Sie dabei unterstützen kann, Ihre Daten in GCP besser zu schützen und effizienter zu verwalten.