Jedes Unternehmen sieht sich mit einer unangenehmen Realität konfrontiert: Cyber-Angriffe und Datenstörungen sind unvermeidlich, und herkömmliche Backups sind zwar immer noch unverzichtbar, reichen aber nicht mehr aus, um Dienste schnell wieder online zu bringen. 

Moderne Unternehmen müssen heute die nächste Krise vorhersehen, bevor sie eintritt. Das ist die Grundlage für die präventive Wiederherstellung, eine proaktive Datensicherungsstrategie, die die Art und Weise verändert, wie Unternehmen an die Cyber-Resilienz herangehen.

Die präventive Wiederherstellung umfasst die kontinuierliche Analyse, Zuweisung und Vorbereitung von Wiederherstellungspfaden, bevor ein Vorfall eintritt. Auf diese Weise können Unternehmen im Falle eines Angriffs schnell handeln, saubere Daten isolieren, bösartige Muster erkennen und innerhalb von Stunden statt Wochen Abhilfemaßnahmen einleiten. Selbst wenn eine Sicherheitsverletzung oder ein Ransomware-Vorfall nicht vollständig verhindert werden kann, verkürzen präventive Wiederherstellungstechnologien den Weg zur Wiederherstellung und stärken die Betriebskontinuität.

Seit sich Datenumgebungen auf Hybrid- und Multi-Cloud-Infrastrukturen ausweiten, ist die Komplexität der Wiederherstellung exponentiell gestiegen. Die Angriffsfläche ist größer und die Abhängigkeiten sind tiefgreifend. Proaktive Lösungen, die Bedrohungsdaten, Metadatenanalyse und richtliniengesteuerte Automatisierung vereinen, wie zum Beispiel moderne Plattformen für das Datenrisikomanagement, sind bereits unverzichtbar für die Resilienz von Unternehmen. Die präventive Wiederherstellung ist der nächste Schritt in dieser Entwicklung.

Warum die präventive Wiederherstellung mehr umfasst als nur Backups

Herkömmliche Sicherungssysteme konzentrieren sich auf die Speicherung von Datenkopien, damit diese nach einem Verlust wiederhergestellt werden können. Dies ist zwar nach wie vor wichtig, aber es ist von Natur aus reaktiv.

Die präventive Wiederherstellung kehrt dieses Paradigma um. Anstatt auf einen Vorfall zu warten, bereitet eine präventive Wiederherstellungsplattform die Umgebung kontinuierlich auf die Wiederherstellung vor, wodurch die Zeit zwischen Entdeckung und Wiederherstellung von Tagen auf Stunden verkürzt werden kann.

Bei diesem Ansatz werden Automatisierung, Analyse und Tests in den täglichen Betrieb integriert. Modelle für maschinelles Lernen und Metadatenauswertung scannen und validieren kontinuierlich die Datenintegrität und identifizieren saubere Wiederherstellungspunkte, bevor sie benötigt werden. Gleichzeitig automatisieren Orchestrierungs-Tools die Reaktionsabläufe und eliminieren die manuellen Schritte, die traditionell die Wiederherstellung verzögern.

Die Cloud-native Architektur spielt bei diesem Wandel eine zentrale Rolle. Moderne Cloud-Datenmanagement-Frameworks ermöglichen eine einheitliche Übersicht über Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen, sodass Anomalien erkannt und Wiederherstellungsaktivitäten koordiniert werden können – unabhängig davon, wo die Daten gespeichert sind. Das Ergebnis ist ein System, das nicht nur für die sichere Speicherung von Daten, sondern auch für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs in den für moderne Unternehmen typischen heterogenen Umgebungen konzipiert ist.

Wie die präventive Wiederherstellung Ausfallzeiten minimiert und die Resilienz stärkt

Ausfallzeiten und Datenverluste können jederzeit auftreten und eine Reihe von Ursachen haben: 

  • Ransomware und Cyber-Angriffe: Das sind die Dinge, die IT-Profis nachts wach halten. Ransomware entwickelt sich ständig weiter und zielt oft sowohl auf Backup-Umgebungen als auch auf Primärdaten ab. Mit integrierter Bedrohungssuche und Anomalieerkennung isolieren präventive Wiederherstellungsplattformen gefährdete Ressourcen und identifizieren saubere Wiederherstellungspunkte, bevor Angreifer sie verschlüsseln oder exfiltrieren können. In Verbindung mit den Funktionen zur Wiederherstellung nach einem Ransomware-Angriff ermöglichen diese Funktionen Unternehmen eine schnelle Rückkehr zu einem als sauber bekannten Zustand.

  • Menschliches Versagen: Versehentliche Löschungen, Überschreibungen und Fehlkonfigurationen gehören nach wie vor zu den häufigsten Ursachen für Datenverluste. Die präventive Wiederherstellung verfolgt kontinuierlich Änderungen an Dateien und Systemkonfigurationen und erstellt Zeitreihenansichten, die die sofortige Wiederherstellung der richtigen Version erleichtern. Durch die Trennung der Metadatenanalyse von den Live-Systemen können die Teams die Daten schnell wiederherstellen, ohne die Produktions-Workloads zu beeinträchtigen.

  • Hardwarefehler oder Systemausfälle: Physische Ausfälle und Unterbrechungen von Cloud-Diensten können den Geschäftsbetrieb stoppen. Die Cloud-native, richtliniengesteuerte Wiederherstellungsorchestrierung ermöglicht die automatische Wiederherstellung von Workloads an alternativen Standorten oder auf alternativen Plattformen.

Denken Sie sich das „Zero-Trust-Prinzip“ hinzu, d. h., dass ein System oder ein Snapshot erst dann als sauber betrachtet wird, wenn dies verifiziert wurde, und Sie sehen, wie die präventive Wiederherstellung einen stabilen Rahmen bietet, der geschäftskritische Daten sowohl sicher als auch sofort wiederherstellbar macht.

Kerntechnologien für die präventive Wiederherstellung

Wie funktioniert das alles in der Praxis? Wenn Sie ein Rubrik Security Cloud-Benutzer sind, analysiert die Rubrik Pre-Emptive Recovery Engine kontinuierlich Zeitreihendaten und Metadaten von Ihren geschützten Workloads. Diese Out-of-Band-Informationen unterstützen die Datensicherheit, die Analyse von Bedrohungen und die Cyber-Wiederherstellung nahezu in Echtzeit, sodass Sie die Wiederherstellung vorbereiten können, lange bevor ein Vorfall eintritt.

Eine effektive Plattform für die präventive Wiederherstellung basiert auf den folgenden grundlegenden Konzepten:

  • Recovery Point Objectives (RPOs) legen fest, wie viel Datenverlust nach einer Störung akzeptabel ist. Die Architektur von Rubrik scannt die Backup-Daten kontinuierlich und erstellt Hashes, die sie dann mit den Metadaten der Snapshots abgleicht, um die Integrität zu überprüfen und saubere Wiederherstellungspunkte zu identifizieren. Diese Analyse erfolgt während der normalen Backup-Vorgänge ganz ohne Datenrehydrierung, um Unternehmen validierte Wiederherstellungszustände zu bieten, die die RPOs so nahe wie möglich an Null halten.

  • Recovery Time Objectives (RTOs) messen, wie schnell geschäftskritische Systeme wieder in Betrieb genommen werden können. Die Massenwiederherstellungsfunktion von Rubrik führt Wiederherstellungen parallel für Hunderte oder Tausende von Workloads aus. Durch die Kombination von vorab berechneten Metadaten mit anwendungsorientierten Wiederherstellungsplänen können komplexe Abhängigkeiten automatisch koordiniert und die RTOs von Tagen auf Stunden reduziert werden.

  • Aufgrund der automatisierten Backup-Prozesse entfallen die manuellen Skripterstellungs- und Validierungsschritte, die oft die Reaktionszeit verlangsamen. Die richtliniengesteuerte Automatisierung löst planmäßig Snapshots, Bedrohungsscans und Aktualisierungen des Wiederherstellungsplans aus und sorgt so für einen konstanten Bereitschaftsstatus. 

  • Cloud-Speicher fungieren als sichere, per Air Gap geschützte Repositorys, in denen unveränderliche Kopien kritischer Daten aufbewahrt werden. Die Backup-Daten werden in einer logisch isolierten Umgebung gespeichert und durch Verschlüsselung sowie Multi-Faktor-Authentifizierung geschützt. Selbst modernste Ransomware kann nicht auf diese Backups außerhalb des Produktionsnetzwerks zugreifen und sie auch nicht modifizieren.

  • Die Zuweisung von Rollen und Verantwortlichkeiten trägt zur Aufrechterhaltung der betrieblichen Strukturen bei. Rubrik erzwingt rollenbasierte Zugriffskontrollen und Berechtigungen nach dem Least-Privilege-Prinzip in Backup- und Wiederherstellungs-Workflows. Dadurch werden die Auswirkungen von Insider-Bedrohungen und Konfigurationsfehlern minimiert und es wird sichergestellt, dass nur autorisierte Benutzer sensible Wiederherstellungsmaßnahmen einleiten können.

Die fünf wichtigsten Vorteile der präventiven Wiederherstellung

Die präventive Wiederherstellung bietet nicht nur Schutz vor Cyber-Angriffen. Sie ist eine Strategie für Geschäftskontinuität, die Automatisierung, Intelligenz und Zero-Trust-Prinzipien kombiniert, um Daten von vorneherein vor Gefahren zu schützen. Backup und Wiederherstellung sind wichtiger denn je und die präventive Wiederherstellung bietet eine Reihe von Vorteilen:

  • Reduzierte Ausfallzeiten: Durch das kontinuierliche Scannen von Metadaten und die Vorabberechnung von sauberen Wiederherstellungspunkten eliminiert die präventive Wiederherstellung gängige Verzögerungen bei der Untersuchung von Cyber-Vorfällen. Systeme können innerhalb von Stunden statt Tagen wiederhergestellt werden, sodass der Betrieb reibungslos funktioniert und Kunden wie gewohnt betreut werden können.

  • Proaktive Risikominderung: Die präventive Wiederherstellung kombiniert Erkennung und Prävention. Die kontinuierliche Erkennung von Anomalien und die Zeitreihenanalyse zeigen Frühindikatoren für eine Gefährdung auf und ermöglichen es Teams, betroffene Workloads zu isolieren, bevor sich Bedrohungen ausbreiten. Dieser proaktive Ansatz verwandelt die Wiederherstellungsplanung von einem reaktiven Schritt zu einer stets aktiven Verteidigungsstrategie.

  • Niedrigere Kosten: Die Kosten für Ausfallzeiten steigen mit jeder Minute des Ausfalls. Indem Wiederherstellungszeiten und die Notwendigkeit manueller Untersuchungen reduziert werden, senkt die präventive Wiederherstellung sowohl die direkten Wiederherstellungskosten als auch die indirekten Kosten, die durch Produktivitätseinbußen oder einen Verlust des Kundenvertrauens entstehen.

  • Schnellere Wiederherstellung: Mit orchestrierten Workflows und in die Architektur integrierter Automatisierung werden saubere Wiederherstellungspunkte bereits vor einem Vorfall identifiziert. Technologien wie Massenwiederherstellung und Cloud-basierte Snapshots ermöglichen eine schnelle, umgebungsübergreifende Wiederherstellung und minimieren die Auswirkungen auf das Geschäft.

  • Compliance mit gesetzlichen Vorgaben: Vorschriften und Compliance-Regelungen verlangen einen klaren Überblick über die Datenintegrität, den Umfang von Sicherheitsverletzungen und die Zeitrahmen für eine Wiederherstellung. Mit unveränderlichen Backups und detaillierten Prüfpfaden liefert die präventive Wiederherstellung die überprüfbaren Aufzeichnungen, die für den Nachweis der Einhaltung von Datensicherheitsvorschriften erforderlich sind.

Wie die präventive Wiederherstellung in Ihren Disaster-Recovery-Plan passt

Ein herkömmlicher Disaster-Recovery-Plan geht davon aus, dass Sie die nächsten Schritte festlegen, wenn ein Vorfall stattgefunden hat. Sie beginnen also erst, wenn der Betrieb unterbrochen wurde, damit, zu ermitteln, welche Systeme wiederhergestellt werden müssen, zu überprüfen, ob Ihre Backups sauber sind, und Abhängigkeiten zu koordinieren. Bei der präventiven Wiederherstellung ist ein Großteil dieser Arbeit bereits abgeschlossen, bevor ein Vorfall eintritt. Technologien verfolgen fortlaufend die Beziehungen zwischen Daten, Anwendungen und Identitäten, so dass der Plan im Falle einer Wiederherstellung aktiviert wird und nicht bei Null beginnt.

In der Praxis wird durch die präventive Wiederherstellung jede Phase der Disaster Recovery neu gestaltet:

  • Kontinuierliche Bewertung: Anstatt darauf zu warten, dass ein Ausfall oder eine Sicherheitsverletzung Schwachstellen aufzeigt, bewerten Metadatenanalysen und Anomalieerkennung ständig die Datenintegrität und den Systemzustand. Der Disaster-Recovery-Plan des Unternehmens entwickelt sich dynamisch weiter, wenn sich die Umgebung ändert.

  • Automatisierte Reaktion: Wiederherstellungspläne werden vorab festgelegt und auf der Plattform gespeichert. Bei einer Störung sorgen orchestrierte Workflows dafür, dass kritische Workloads automatisch in der richtigen Reihenfolge wieder betriebsfähig gemacht werden: Abhängige Systeme werden wiederhergestellt, Konfigurationen werden aktualisiert und Zugriffsrichtlinien werden ohne manuelles Eingreifen validiert.

  • Tests als Teil des täglichen Betriebs: Da eine Lösung für die präventive Wiederherstellung Daten scannt und Wiederherstellungsszenarien während der regulären Arbeitsabläufe simuliert, können Unternehmen ihre Bereitschaft kontinuierlich validieren, anstatt sich auf jährliche Planübungen zu verlassen.

  • Messbare Compliance: Unveränderliche Backups, Prüfpfade und automatisierte Berichte liefern konkrete Beweise für Aufsichtsbehörden und Prüfer. Frameworks wie EIOPA legen Wert auf nachvollziehbare, datengesteuerte Resilienz – und genau das bietet die präventive Wiederherstellung.

Durch die Einbettung von kontinuierlicher Überwachung, automatisierter Orchestrierung und überprüfbarer Datenintegrität in den Disaster-Recovery-Lebenszyklus verwandelt die präventive Wiederherstellung das, was früher ein statischer Plan war, in ein dynamisches System, das Unsicherheiten reduziert, die Wiederaufnahme des Betriebs beschleunigt und die technische Wiederherstellung direkt auf die Ziele der Geschäftskontinuität abstimmt.

Warum Sie jetzt handeln müssen

Cyber-Angriffe, Datenverluste und Serviceausfälle verlaufen nicht auf vorhersehbare Weise und auch nicht nach vorhersehbaren Zeitplänen. Unternehmen, die mit ihren Überlegungen zur Wiederherstellung warten, bis es zu einem Zwischenfall kommt, sind bereits im Rückstand. Die präventive Wiederherstellung schließt diese Lücke, indem sie Bereitschaft in die täglichen Abläufe integriert und Metadaten, Automatisierung und Zero-Trust-Prinzipien nutzt, um die Wiederherstellung von nachträglich aufgesetzten Schritten in einen kontinuierlichen Prozess zu verwandeln.

Kurz gesagt bildet die präventive Wiederherstellung die Grundlage einer resilienten IT-Strategie. Sie reduziert Ausfallzeiten, beschleunigt die Fehlerbehebung und sorgt für den Schutz kritischer Daten in lokalen, Cloud- und SaaS-Umgebungen. Vor allem können sich IT- und Sicherheitsteams darauf verlassen, dass die Wiederherstellung schnell, sauber und vollständig erfolgt.

Jetzt ist es an der Zeit zu prüfen, wie es um Ihre derzeitigen Wiederherstellungsprozesse bestellt ist. Werden Ihre Wiederherstellungspunkte im Voraus validiert? Können Sie saubere Daten identifizieren, ohne ganze Umgebungen zu rehydrieren? Wenn nicht, ist es an der Zeit, sich weiterzuentwickeln.

Um zu erfahren, wie Sie mit diesen Prinzipien in der Praxis eine entsprechende Architektur aufbauen und messbare Wiederherstellungsgeschwindigkeiten erzielen, lesen Sie das Whitepaper von Rubrik: "Rubrik Preemptive Recovery Engine: Grundlagen für eine schnellere Cyber-Wiederherstellung."

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